Die Kosten einer langfristig ausgerichteten Risikovorsorge für Kinder werden von einigen Eltern als Hinderungsgrund genannt. Dies mag in Einzelfällen zutreffen, jedoch ist häufig ein nicht unerheblicher Lebensstandard bei Interessenten und Kunden erkennbar. Ein relativ großes und modernes Fahrzeug, ein großzügiger und gut ausgestatteter Wohnraum, Urlaubsbilder aus fernen Gefilden und Andeutungen kostspieliger Hobbys sind keine Seltenheit.
Betrachten wir beispielsweise das Hobby Reiten. Selbst nach konservativen Schätzungen verschiedener Fachportale zum Thema Reiten belaufen sich die monatlichen Grundkosten auf mindestens 300 €. Diese Schätzung basiert auf einem Pony, das in einer preiswerten, ländlichen Region im Offenstall mit Selbstversorgung gehalten wird und geringe Ansprüche an Ausbildung und Ausrüstung stellt. In der Realität liegen die monatlichen Ausgaben häufig bei 500 € oder deutlich darüber. Bereits für 1/8 dieser 500 € können beachtliche Risikoabsicherungen mit langfristiger Wirkung für das Kind abgeschlossen werden.
Auch das Thema Urlaub hat einen deutlich höheren Stellenwert im Bewusstsein erlangt. Laut der Tourismusanalyse 2024 wurden im Jahr 2023 für Urlaubsreisen noch nie zuvor derart hohe Ausgaben getätigt. Eine vierköpfige Familie erreicht schnell eine Kosten-Größenordnung von über 5.000 € pro Jahr. Es bleibt zu hoffen, dass der Urlaub tatsächlich der körperlichen und geistigen Erholung dient.
Die Unterschiede im Bereich Wohnraum sollen hier nicht im Detail erörtert werden. Auch dieser Aspekt trägt maßgeblich zum persönlichen Wohlempfinden bei. Dennoch erscheinen manche Aspekte im Kontext der Einkommensverhältnisse überdimensioniert. Selten ist ein Haus in den Neubaugebieten der Bundesrepublik kleiner als 120 m² Wohnfläche, und kaum ein Grundstück verfügt über weniger als 500 m². Wenn dann 3-5 € pro Tag für eine Risikoabsicherung des Kindes zu viel des Guten sind, ist auch hier die Frage nach den Prioritäten zu stellen.
Diese Aufzählung ließe sich fortsetzen, sei es im Hinblick auf die überdimensionierte Highendküche, das hypermoderne Automobil renommierter Marken oder andere kulturelle und freizeitbezogene Aktivitäten. Geld ist jedoch begrenzt.
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Update und Aufruf 28.03.2026
Eltern, übernehmt Verantwortung – alles andere ist Selbstbetrug.
Wer als Elternteil Geld für Luxus, Lifestyle, Hobbys, tolle Autos und Fernreisen hat, der hat dieses Geld auch für die wichtigsten Absicherungen seines Kindes. Punkt. Jede Ausrede, Kindervorsorge sei „zu teuer“, ist im Notfall eine Entscheidung gegen Sicherheit und für Oberflächlichkeiten.
Es mag unbequem klingen, aber schau dir an, wie viel Geld und Energie wir bereit sind, in alles Mögliche zu investieren – nur nicht in die Zukunft unseres eigenen Kindes. Kein Auto, kein Pferd, kein beeindruckender Sommerurlaub wiegt auf wenn im Ernstfall eine Krankheit, ein Unfall oder eine Beeinträchtigung, alle Träume zerstört und dabei der finanzielle Rückhalt fehlt. Sind wir direkt sparsam in Sachen Verantwortung? Elternschaft endet nicht an der Haustür, beim Urlaub oder beim nächsten Lifestyle-Trend. Sie zeigt sich in den Momenten, in denen wir bereit sind, für die echte Sicherheit unserer Kinder zu sorgen – nicht nur für das schnelle Glück.
Später zu sagen: „Das habe ich nicht gewusst“ oder „Dafür war kein Geld da“, wird kein Gewissen beruhigen. Auch wir Berater ermüden fast an der Verantwortung, immer wieder zu erinnern: Wer heute Prioritäten setzt, sorgt in Wahrheit dafür, dass das eigene Kind selbstbestimmt leben kann – egal, was das Leben bereithält. Solche Prävention, in einem Land dessen Sozialstaat sich schwerlich finanzieren lässt, ist elterliche Pflicht. Und wir als Experten und letztlich Mahner werden nicht aufhören, das immer wieder klar in den Fokus zu rücken. Geld ist immer begrenzt. Doch Verantwortung ist nicht verhandelbar. Die beste Zeit, sie zu übernehmen, ist jetzt – bevor ein schlechtes Gewissen bleibt.

